In der Essigfabrik mit Weathers

Set It Off

Hi und willkommen zu Behind The Noise!

 

Sold Out. Das ist ein Aushängeschild, welches sich viele Bands wünschen, wenn sie wieder einmal eine Tour nach Europa planen. Set It Off durfte bereits eine gefeierte sowie ausverkaufte Headliner Tour durch das United Kingdom bespielen und auch einige ihrer Shows in weiter entfernten Ländern waren restlos ausverkauft. Den Grund dafür durften wir selbst erfahren, als wir ihr Konzert in Köln besuchten. Set It Off standen schon lange auf unserer Must-Seen Liste, gehören sie doch zu den Bands, die meist mit Namen wie Pierce The Veil oder Sleeping With Sirens fallen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2008 erfindet sich die Band stets neu, sucht ständig musikalische Herausforderungen, die sie mit ihren Alben verwirklichen. Ihr Sound bleibt jedoch dem Pop Punk treu und kombiniert diesen mit modernen Einflüssen.

Gerade diese zwei Eigenschaften, ihre Authentizität und ihre Offenheit für Neues, ist das, was die Musik der Band so besonders macht und ihre Fans zu schätzen wissen. Mit ihren Fans oder eher gesagt ihrer zweiten Familie, hat die Band eine sehr starke Verbindung, die wir auch auf dem Konzert zu spüren bekamen. Die Wiedervereinigung beider musste jedoch, aufgrund von Corona lange warten und zwei Alben überstehen, bis es endlich dazu kam. Nun mit ihrem neuesten Werk „Elsewhere“ und den fallenden Beschränkungen auch in Übersee, gab es kein Halten mehr. Mit nach Deutschland kam Weathers, eine Band die wir bereits zu ihren Anfängen mit „Happy Pills“ verfolgten und nun echt froh darüber waren, diese auf ihrer ersten Europa Tour in Kombination mit Set It Off sehen zu dürfen. Weathers spielen eine Kombination aus Rock und Pop, welcher immer eine andere Richtung nimmt, als erwartet.

Mal mischen sie Pop mit Psychedelic Rock, fügen Elektroeinflüsse hinzu oder halten es klassisch mit atmosphärischem Alternative Rock. Die Band spielt ganz klar ihren eigenen Sound, weshalb sie als Opener für Set It Off umso passender waren. Die perfekte Mischung also, um an einem Montag in die Woche zu starten. Angekommen in der Essigfabrik, prangerte auch schon das Logo der Band an der Wand, die sich auch zehn Minuten später vor einem gefüllten Saal lauthals ankündigte. Mit „I’m Not Okay“ hätte sich die Band keinen besseren Start für ihr Konzert aussuchen können. Die Crowd wurde direkt von der dynamischen Energie des Songs mitgenommen und die Atmosphäre heizte sofort hoch. Weathers steckten diese in ihre Performance, bei welcher man bereits zu Beginn kaum wusste, wo man zu ernst hinschauen sollte.

Von ihren Anzügen, über die Bühnenpräsenz bis hin zu ihren Bewegungen hatte man das Gefühl, sich auf einem 60er Jahre Rock Konzert zu befinden, wobei Weathers hier einen modernen Touch hinzufügten. Von Songs wie „I’m Not Okay“ ging es dann über zu „Always Tired“ und zu ihrer Hymne „Happy Pills“. Zwischen all dem Schweiß und der Leidenschaft, schaffte es die Band zusätzlich auf das Thema mentale Gesundheit aufmerksam zu machen, welches sie gerade durch ihre Songs an den Zuhörer vermitteln wollen. Wenn das nicht schon genug war, für einen gelungenen Auftritt, der hat die Rechnung nicht mit Weathers gemacht, die einfach einen Song von My Chemical Romance, „Famous Last Words“, coverten. Wahnsinn! Zu ihrer gesamten Performance war auch die Interaktion mit dem Publikum auf den Punkt, sodass bei jeder Gelegenheit, sei es auch nur das Mitsingen ihres neuesten Songs „Where Do I Sign?“, diese auch genutzt wurde.

Wir hätten uns für diese Mammutaufgabe keine bessere Band vorstellen können und hoffen diese schon bald wieder in Deutschland, vielleicht auch als Headliner, begrüßen zu dürfen. Set It Off haben sich an diesem Abend gebührend den Titel „Headliner“ verdient. Es gab einfach zu viele Highlights, von denen wir euch erzählen wollen, die aber gar nicht in den gesamten Bericht passen würden. Fakt ist jedoch, dass die Band am Abend selbst gesagt hat, das Köln ihr Highlight auf der gesamten Tour war und sogar London, ihre bis dato größte Headline Show, in ihrer Lautstärke sowie dem Feeling überboten hat. Nach einem eindrucksvollen, längeren Intro, in welchem für gute Unterhaltung unter anderem mit Songs wie „Barbie, Ken“ gesorgt wurde, stimmten Set It Off den ersten Song an. „Skeleton“ machte den Anfang und hätte auch hier nicht besser sein können:

Sofort stimmte sich die Menge darauf ein und der gesamte Saal sang die einzelnen Passagen mit. Auch die Band passte sich an ihre Fans an und man hatte das Gefühl, das sie genau wussten, was die Menge brauchte. Die ersten zwei Songs aus „Elsewhere“ haben einen so richtig in das Album hineingezogen, was einfach kein Vergleich zum Hören auf Spotify und Co. ist. Vielmehr wurde das Erlebnis durch ihre Bühnenshow erweitert, die wir an dieser Stelle einfach wirklich hervor heben müssen. Auf der Bühne standen längere Leuchtstäbe, die mit den Scheinwerfern abgestimmt wurden. Hier war definitiv zu einem unglaublich guten Tontechniker auch ein Lichttechniker dabei, der teilweise die Farben des Regenbogens, passend auch zum Album, scheinen ließ. Man fühlte sich sofort nach „Alice Im Wunderland“ versetzt, worauf natürlich „Elsewhere“ auch ein bisschen anspielt.

Von der einen Welt, gelangte man auch schon direkt in die nächste mit Songs wie „Killer In The Mirror“, wo sich Sänger Cody einfach in die Menge schmiss, oder „Ancient History“, bei welchem dieser ausdrücklich die Botschaft vermittelte, man solle doch besser keinen Kontakt mit der Ex haben. Warum? Das erklärte der Song. Nachdem die Zuschauer wirklich ihre gesamte Energie rausließen und mit der Band gemeinsam abgingen, zeigte Set It Off, das sie auch die leiseren Töne beherrschen. So, widmete Cody einen irischen Gefallenen-Song seinem Vater, der vor kurzem verstorben ist und spielte mitten im Stück, welches er auf dem Klavier performte, Klarinette, was, auch nicht das einzige Instrument war, was Cody an diesem Abend spielte. Die Band hatte nicht nur mit ihren einzelnen Songs und deren Auswahl ein wirklich gutes Konzerterlebnis geschaffen, was fließend ineinander überging, sondern auch das Ganze mit einem eigenen Medley von neuen Songs getoppt.

Hier konnten die langjährigen Fans zeigen, was sie drauf hatten. Das dies nicht das Ende war, obwohl das Konzert bis zu diesem Punkt nicht noch hätte besser werden können, zeigte einfach der Moment, als Cody mit Schlagzeuger Maxx tauschte. Lauthals begrüßte Maxx die Masse und fing an auf der Ukulele zu spielen sowie zu singen, während Cody das Schlagzeug bediente als wäre es sein Hauptinstrument. An dieser Stelle einfach nur: Chapeau! Nachdem sich das Konzert dem Ende neigte und „Why Worry“ als gelungener Abschluss gewählt wurde, wurden die Rufe nach einem weiteren Song lauter, die Set It Off natürlich erhörten. Cody bedankte sich im Namen der Band bei den Zuschauern und nannte sie „Crowd of the Tour“. Auch die Tatsache, dass sie Weathers extra nochmals hervorgehoben haben und ihren Fans gesagt haben, sie sollen diese auch zukünftig bei Touren besuchen, ihre Musik hören etc. rechnen wir ihnen hoch an.

Set It Off Konzert in Köln 2022

Man konnte einfach sehen wie geflasht und überwältig die Band war, von einem Abend, den sie gemeinsam mit ihren Fans teilen und gestalten durften. Als sie dann die Zugabe ankündigten war genau klar welcher Song gespielt wird: „Wolf In Sheep Clothes“. Ein letztes Mal ging die Menge mit Set It Off ab, welcher der Spaß und die Freude direkt ins Gesicht geschrieben stand. Nach einem beherzten Abschied mit der Band, welcher auch noch lange nach dem Auftritt dauerte, ging es auch für uns nach Hause, auch wenn wir nach so einem Abend, lieber noch da geblieben wären 😉

Konzerte, Festivals & Gigs

In unserer Rubrik BEHIND THE NOISE schreiben wir über alles rundum die Metal & Rock Szene und werfen einen Blick hinter die Scheinwerfer, um euch einen besseren Einblick vom Konzert zu liefern. Auch bei diesem Konzert haben wir wieder spannende und neue Erinnerungen sammeln können, die wir euch natürlich nicht vorenthalten. Intensiv, unkonventionell und mitreißend. Willkommen!

One show. Endless memories

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